Der Taranaki verabschiedete sich mit einem wunderschönen Regenbogen.

Da das Wetter besser werden sollte, entschieden wir uns für die Fahrt auf der State Highway 43, dem „Forgotten World Highway„, um zu unserem nächsten Ziel, dem Tongariro Nationalpark, zu gelangen. Diese erst seit kurzem durchgehend geteerte Strasse führt auf rund 155 Kilometern durch eine traumhaft schöne, hügelige Landschaft. Wir würden „iconic New Zealand“ sehen, sagte uns unsere Gastgeberin zum Abschied. Nachfolgend einige Impressionen dieses malerischen Teils von Neuseelands Nordinsel.

Immer wieder fielen uns die tiefgrünen Flächen auf – Zeichen des Superfertilizers, welcher diese Weidegründe möglichst ertragreich machen soll.

Das Gebiet ist intensiv genutztes Farmland. Überall sieht man Farmhäuser. Was auffällt: Viele Betriebe sind zum Verkauf ausgeschrieben. Ob das Farming hier, in dieser abgelegenen und im Winter sicher rauhen Gegend nicht mehr so attraktiv ist?

Nebst Rindern werden vor allem Schafe gehalten. Untenstehend eine Schafschurstation.

Ausserordentlich viele Rastplätze und Aussichtsplattformen laden zum Blick in die Landschaft ein.

Nebst viel Weideland gibt es auch einige kleinere Waldstücke…

… und den Whanganui River, einst Hauptverkehrsachse, heute vor allem für Freizeitaktivitäten genutzt, auf seinen wilderen Teilen auch für Rafting.

Unterwegs durchquerten wir die unabhängige „Republic of Whangamomona“. Entstanden ist sie im Jahr 1989 aus Protest gegen eine Entscheidung der Regierung im fernen Wellington, welche mit einer Verwaltungsreform die Gemeinde Whangamomona zwei verschiedenen Regionen und damit auch zwei verschiedenen Verwaltungseinheiten zuordnete. Die Verwaltungsgrenze lief quer durch die Gemeinde. Da Interventionen in Wellington nichts brachten, entschieden die Einwohner der Gemeinde am 1. November 1989 einstimmig ihre Unabhängigkeit. Heute erinnert nebst den Schildern an der Strasse, welche die Republiksgrenzen aufzeigen, vor allem der alle zwei Jahre stattfindendene „Wahngamomona Republic Day“, ein Volksfest, an die Republik.

Das Zentrum der Republik, der Ortskern von Whangamomona, wurde im Stil des 19. Jahrhunderts erhalten. Zwei nett aussehende Cabins und ein Campingplatz laden zu längerem Verweilen ein – durchaus mal eine Option für ein paar Tage Erholung. Abends, wenn alle Tagestouristen fort sind, sicherlich ein Ort der Stille  und der Beschaulichkeit.

Unser Tagesziel war der Tongariro Nationalpark. Von der Terrasse unseres Häuschens aus kann man sie gut erkennen …

… die Attraktion des Nationalparks, das Vulkandreigestirn mit dem Mount Ruapehu, dem Mount Tongariro und dem Mount Ngauruhoe. Die vulkanische Aktivität hier ist hoch. Den letzten Ausbruch des Ruapehu gab es im Jahr 2012.

Bei unserer gestrigen Ankunft konnten wir die drei Vulkane bei schönem Wetter geniessen, jedenfalls aus der Ferne. Doch eigentlich sind wir hier, weil Beat das Tongariro Alpine Crossing machen will, eine Ganztagestour entlang des Mount Tongariro und seiner drei Krater, mit Aufstieg zu einem der Krater. Ob dies klappt, ist allerdings völlig ungewiss.

Heute, am ersten möglichen Tag, regnete es teils kräftig und um die Vulkane gab es starke Windböen. An eine Wanderung war nicht zu denken. Auch für morgen, den letzten Tag, an welchem wir uns im Tongariro Nationalpark aufhalten, gibt es für das Alpine Crosssing eine Wetterwarnung, verbunden mit der klaren Empfehlung, nicht in das Gebiet aufzubrechen. Es wird weiterhin stark und böig winden, leicht regnen und bewölkt sein mit teils tiefhängenden Wolken. Beat ist nun für Samstag für den Shuttle gebucht, der ihn zurück zum Auto bringt – seine letzte Chance. Da sollte das Wetter besser sein. Allerdings sind wir dann bereits in der nahegelegenen Stadt Taupo, was die Anfahrt deutlich verlängert. Heute verkürzten wir den Tag mit einem Besuch im resorteigenen Spa-Bereich.