Zugegeben, Hundertwassers berühmte Toiletten und die Glühwürmer haben nichts gemeinsam, ausser, dass wir beides vorgestern besichtigt haben.

Friedensreich Hundertwasser lebte von 1975 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 im kleinen und heute sehr heruntergekommenen Ort Kawakawa in der Region der Bay of Islands. Dort kreierte er anno 1997 seine Toilettenanlage. Wer ein gut beschildertes Kunstwerk mit Eintrittsgebühr vermutet, irrt. Wir haben die Toiletten erst auf den zweiten Blick gesehen. Und sie dienen immer noch dem Zweck, für den sie gebaut wurden: Als gebührenfreie öffentliche Toilettenanlage.

Zuvor waren wir in einer nahegelegenen Höhle, in welcher in diversen Kammern tausende von Glühwürmern leben. Es war wie ein Blick in die Milchstrasse in einer sehr klaren Nacht. Wunderschön. Die Würmer leuchten in drei verschiedenen Farben: Weiss die ganz jungen, grün die älteren und blau diejenigen, welche sich ihrem Lebensende nähern. Durch ihr Licht ziehen sie Insekten an, welche sich in die Höhle verirren. An bis zu 15 Zentimeter langen Fäden, von welchen jedes Glühwürchen rund 70 produziert, bleiben die Insekten haften, werden durch das in den Fäden vorhandene Gift getötet und anschliessend verspiesen. Die einzelnen Würmchen halten einen relativ grossen Abstand zum Nachbarn ein. Sie fressen auch ihre Artgenossen, sollten diese in ihren Fäden hängen bleiben. Da ist ein Abstand ratsam. Fotografieren lassen wollten sie sich nicht. Doch auch die Umgebung der Höhle bot einige schöne Anblicke.

Heute besuchten wir den rund 25 Kilometer entfernten grösseren Ort Kerikeri. Dort steht das älteste noch erhaltene Gebäude Neusseelands im europäischen Stil, ein zweistöckiges georgianisches Haus im Kolonialstil, erbaut aus dauerhaftem Kauriholz. Errichtet wurde es im Jahr 1821 als Missionshaus (linkes Gebäude im untenstehenden Bild). Ganz in der Nähe steht das Old Stone House, das älteste Steingebäude des Landes. Es diente seit 1836 als zentraler Versorgungsladen der Church Missionary Society. Die Gebäude liegen in sehr gepflegten Gärten (alles Arbeit von Volenteers) und in einer wunderschönen Flusslandschaft.

Danach gings, wie schon gestern abend, in einen nahegelegenen Countryclub zum Golfen. Von Abschlag drei aus hat man eine wunderschöne Sicht Richtung Bay of Islands.

Abends genossen wir jeweils bei einem Apéro die schöne Aussicht von unserer Terrasse auf die Bay of Islands.

Dort hat Beat, der jeden Morgen um 7 Uhr im Meer der aufgehenden Sonne entgegenschwamm, heute früh am Horizont ein Kreuzfahrtschiff entdeckt. Stundenlang wurden daraufhin Passagiere in kleinen Booten an Land gebracht und marschierten dann in langen Kolonnen Richtung des nahegelegenen Waitangi Treaty Ground. Wir konnten dem Treiben beim Morgenessen eine Weile lang zusehen. Am Abend, als wir vom Golfen kamen, war der Spuk schon wieder vorbei.

Mit diesen Bildern endet unser Blog. Es hat uns gefreut, unsere Reiseerlebnisse mit Euch zu teilen. Für Eure rege Lesetätigkeit und die vielen Feedbacks danken wir Euch herzlich.

Neuseeland hat uns sehr gut gefallen – die vielfältige Natur, das angenehme Klima, die offenen, netten und hilfsbereiten Leute, mit denen sich so manches kurze Gespräch ergab, der dank geringerer Luft- und Lichtverschmutzung wunderbare Sternenhimmel, die grosse Vielfalt an Mocktails, die unerwartet vielen Bademöglickheiten im Meer, die vielen schönen Ausblicke auf ebendieses Meer, die Schafschur, die wunderbar süssen Düfte, welche uns in den letzten paar Wochen ganz intensiv umfangen haben. Einfach alles.