Wellington ist die drittgrösste Stadt Neuseelands und Hauptstadt des Landes. Sie hat sich einen Namen gemacht mit seiner Café-, Ausgeh- und Kunstszene. Besonders im Herbst gibt es hier viele Kunst- und Kleinkultur-Festivals. Auch eine doch recht ansehliche Zahl von Bauten aus dem 19. Jahrhundert ist erhalten. Wirtschaftlich aber hat die Stadt nicht viel zu bieten. Das wirtschaftliche Zentrum des Landes befindet sich in Auckland. Dorthin sind auch die einst in Wellington ansässigen Banken schon vor längerer Zeit abgewandert.
Der Sage nach hat der mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Halbgott Maui die Nordinsel Neuseelands, auf der wir uns befinden, wie einen Fisch aus dem Wasser gezogen (siehe zu dieser Sage im Detail den Blog-Beitrag „Hawke’s Bay – Wine and more“). Wellington Harbour bildet in dieser Sage das Maul des Riesenfisches, was das gewaltige Ausmass dieser geschützten Bucht erkennen lässt. Schon die Maori wussten die geschützte Lage der Stadt und die reichen Fischgründe zu schätzen. Um 1840 kamen dann die ersten Europäer, denen sich viele weitere anschlossen. Doch die Einfahrt in den Hafen ist nicht immer einfach. So wurde Captain Cook von heftigen Stürmen am Einlaufen in den Wellington Harbour gehindert.
Von einem Ausgangspunkt oberhalb der Stadt geniesst man eine schöne Aussicht auf das Zentrum von Wellington, auf angrenzende Wohngebiete sowie auf die ausgedehnte Bucht von Wellington.
Vom Stadtzentrum den steilen Berg zum Aussichtspunkt hinaufgebracht hat uns eine Standseilbahn, welche jedoch nicht nur eine Touristenbahn ist. Sie hat mehrere Zwischenstopps, von wo aus man in die Wohnviertel oberhalb des Stadtzentrums und zu ausgedehnten Sportanlagen gelangen kann.
Die Tunnels, die man auf dem Weg nach oben durchquert, sind in verschiedenen Farben ausgeleuchtet und tauchen auch den Fahrgastraum in ein entsprechendes Licht.
Auch oben, an der Bergstation des Cable Car gibt es ausgedehnte Wohnquartiere mit teils sehr schicken Häusern. Wohl der „Züriberg“ Wellingtons. Hier wohnt man ruhig und ist in wenigen Minuten mit der Bahn im Zentrum der Stadt.
Auf dem Fussweg vom Endpunkt des Cable Car zurück in die Stadt durchquerten wir den sehr schön angelegten, ausgedehnten Botanischen Garten Wellingtons.
Die milde Sonne des späteren Nachmittags inspirierte Bea nicht nur zum Fotografieren des im Windschatten die Sonne geniessenden Ehemannes, sondern auch zu einem Schatten-Selbstbildnis.
Wellington machte seinem Spitznamen „Windington“ alle Ehre. Es windete teilweise so stark, dass man die Kopfbedeckung permanent halten, ausziehen, oder, wie Bea es gemacht hat, festbinden musste.
An allen drei Tagen schien nachmittags die Sonne, oft gar von einem wolkenlosen Himmel. So liess sich die Stadt ideal erkunden, auch wenn am Montag der bislang recht warme Wind einer steifen, kalten Brise aus Süden Platz machte, die jeden Tag stärker wurde und den heutigen Dienstag zu einem richtig kalten Tag werden liess. Uns wäre das Klima hier zu rau, auch wenn Wellington schöne Ecken und viel Interessantes zu bieten hat.
Das weitläufige Museum of New Zealand (Bild unten), in welchem wir rund vier Stunden zubrachten und viel Wissenswertes über Neuseeland erfuhren, beherbergt unter anderem eine grosse Ausstellung zu den gewaltigen Veränderungen von Flora und Fauna, verursacht zuerst durch die Maori, dann vor allem durch die Europäer. Wald wurde systematisch gerodet, um Felder für den Ackerbau und zu Zeiten der Europäer auch Weideland für die importierten Schafe und Rinder zu gewinnen. Das, was heute als typisch neuseeländische Landschaft dargestellt wird – sattgrüne Wiesen, auf denen Schafe und RInder weiden – entstand im 19. Jahrhundert, als auf den gerodeten Flächen von England eingeführter Wiesensamen ausgebracht wurde, damit die mitgeführten Rinder und Schafe ihre gewohnte Nahrung fanden. Als die Böden langsam auslaugten, kam der Superfertilizer hinzu, welcher seit den 1950-er Jahren aus Flugzeugen gesprüht wird und die Wiesen so sattgrün aussehen lässt.
Die Old St Paul’s Cathedral, von 1866 bis 1964 als Pfarrkirche genutzt und heute, wunderbar restauriert, für Konzerte und Hochzeiten viel gebucht, wurde im Stil der englischen Frühgotik aus verschiedenen einheimischen Hölzern, darunter Kauri, erbaut. Sie ist eine der schönsten noch erhaltenen Holzbauten Neuseelands. Auch sie wäre beinahe der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Doch eine Bürgerinitiative rettete sie glücklicherweise vor dem Rückbau.
Den Dienstag-Nachmittag verbrachten wir im Gebäude unten, dem Parlament Neuseelands und Sitz des Premierministers. Erst nahmen wir an einer Führung durch das Haus teil, in welcher uns auch das neuseeländische politische System nähergebracht wurde. Dann hörten wir auf der Zuschauertribüne über eine Stunde lang den Debatten der Parlamentarier zu, respektive den Reden der dort anwesenden Personen. Denn: Im Saal präsent waren nur wenige Leute, vor allem diejenigen, welche sich für eine Wortmeldung eingeschrieben hatten. Kaum hatte die Rednerin oder der Redner ihren Speech beendet, verliess er oder sie den Raum. Man sprach also quasi für vor leeren Bänken, dafür aber vor laufenden Kameras und Mikrofonen. Dies sehr engagiert und wortgewaltig, wenn auch mit wenig substantiellem Inhalt. Regierungs- und Oppositionsseite warfen sich gegenseitig Fehler und Versäumnisse vor und die anwesenden Minister der derzeitigen, liberalen Regierung, strichen, allerdings wenig konkret, ihre Errungenschaften hervor, unter anderem die massive Reduktion der Wasserköpfe im Gesundheitswesen, wie der zuständige Minister dies darstellte. Die Opposition sah darin eher einen Kahlschlag bei der Patientenbetreuung, welcher die Wartelisten für eine medizinische Behandlung weiter verlängern würde. Eine Aufsichtsperson erklärte uns später, für die einfachen Leute sei das Leben spürbar schwieriger geworden und die derzeitige Regierung finde keinen Ausweg aus der Krise, wie vor ihr schon die sozialistische Vorgängerregierung. Da in der Regel alle drei Jahre Regierung und Opposition wechseln würden, sei eine langfristige Planung aber sowieso nicht möglich, welche Partei auch immer an der Macht sei.
So viel Sehens- und Wissenswertes gibt Hunger. Wir fanden ein ausgezeichnetes Fischrestaurant, beheimatet in der alten Fischhalle. Die Qualität der Speisen und das Ambiente stimmten ausgezeichnet zusammen und verbanden sich zu einem äusserst stimmigen Ganzen.
Morgen reisen wir weiter, der Westküste entlang Richtung Norden, nur 60 Kilomenter, nach Paraparaumu, einem entfernteren Vorort von Wellington, wo zwei ruhigere Tage auf uns warten (jedenfalls ist das mal so geplant).
Liebe Bea und lieber Beat
Es ist Abend und bevor ich heimgehe, wollte ich noch euren Blog ansehen. Einfach phantastisch diese Naturbilder und grosszügigen Landschaften. Und so unglaublich vielfältig! Auch die zahlreichen Tiere von Vögeln, Robben und Fischen – alles so üppig und hautnah zu erleben.
Da ich Hunger habe, hat mich der Bioladen mit der wunderschönen Auslage ganz in den Bann gezogen. Da möchte ich jetzt auch gleich reinstürzen und den Einkaufskorb füllen. Hier in Stein am Rhein sitzen wir auch nicht auf dem Trockenen, doch im Moment ist der Wochenmarkt schon etwas einseitig mit all dem Wintergemüse. Jetzt am Schluss noch eure schön gefüllten Teller – da hätte ich gerne auch etwas davon. Ich glaube, ich gehe jetzt heim…
Herzliche Grüsse aus der kühlen Schweiz, wo heute der eine oder andere Sonnenstrahl zu sehen war. Der Himmel blieb dennoch recht gräulich und die knallblauten Himmelbilder von euch „blenden“ beinahe.
Suzanne und Daniel
Et voilà les vacanciers sont dans la grande ville ca change des jours précédents ..ici ca vous as permis de voir les choses réels du pays DES GRANDS BATIMENTS .Mais les images avec les plantations un régal pour les yeux Le monorails en rouge CA VOUS CHANGE DU TRAM VERT .Et le restaurant il me semble a votre gout tres épurées .Et cette église avec la voute en bois tres belle . Prochaine station Paraparaumu.Qui je pense sera a nouveau différente ALLEZ BONNE ROUTE A Bientot