Am späteren Morgen des 3. Februar 1931 erschütterte ein heftiges Erdbeben der Stärke 7.8 die Hawke’s Bay. Insbesondere die Stadt Napier und in einem geringeren Ausmass auch Hastings wurden zerstört. Mehrere hundert Personen verloren ihr Leben. Das untenstehende Bild aus der informativen Ausstellung in Napier mag einen Eindruck der Verwüstungen durch das Beben und die anschliessende Feuersbrunst geben.

Der Wiederaufbau erfolgte in Napier und zu einem geringeren Teil auch in Hastings im Art Déco- Stil. Drei Gründe waren ausschlaggebend: Erstens war der Stil damals weltweit sehr in Mode. Zweitens versprachen die in stabilem Beton errichteten Bauten, welche ohne die dekorativen Elemente auskamen, welche so viele Menschenleben gefordert hatten, vergleichsweise viel Erdbebensicherheit. Und drittens fiel der Wiederaufbau (Jahre 1932/33) in die Zeit der Depression. Da war sehr hilfreich, dass Betonbauten günstig waren.

Schon bald nach dem Wiederaufbau begannen Besucher in diese im modernen Stil errichteten Städte zu pilgern. Heute zieht das alljährlich Mitte Februar stattfindende Art Déco-Festival Tausende an und in ihren Bann. Auch wir waren bei unserem Besuch in den beiden Städten fasziniert von dem, was heute noch gut gepflegt erhalten ist.

Prominent ins Auge sticht in Napier das Masonic Hotel (Baujahr 1932, Architekten Prouse & Wilson). Schon vor dem Erdbeben war das an zentraler Lage stehende Haus ein Blickfang, wie ein Bild aus der Vor-Erdbebenzeit zeigt. Und das ist es heute wieder.

Auch das Municipal Theatre (1938, Architekt J.T. Watson) ist ein schönes  Beispiel des neuen Baustils.

In Hastings ist der Glockenturm (1934, Architekt Sydney Chaplin) das Wahrzeichen der Art Déco-Architektur.

Hier, in Hastings dominiert der Spanish Mission style. Herausragendstes Beispiel: Der aus der Renaissance-Phase des Spanish Mission style stammende Westermans Department Store (1932, Architekt Edmund Anscombe).

In Hastings wie auch in Napier kann sich, wer denn möchte, in einem solchen Gefährt durch die Strassen chauffieren lassen.

Allerlei Sammlerstücke aus der ganzen Welt kamen hier, an der Hawke’s Bay zusammen.

In Hastings haben uns nicht nur die Gebäude beeindruckt, sondern auch der zufällige gefundene Bioladen. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die riesengrosse Auswahl sahen. Auf unserer bisherigen Reise durch Neuseeland war Bio inexistent. Und nun dies. Noch mehr gestaunt haben wir ob den Preisen: Käse, Gemüse oder Früchte waren ungefähr gleich teuer wie die nicht-biologische Ware im Supermarkt. Nur, dass hier, im Bioladen, die Auswahl sehr viel grösser ist.

An unserem „Wohnort“ Havelock North, Nachbarort von Hastings, haben wir im Supermarkt an der Warme-Küche-Theke zwar nicht biologisches, aber wunderbar gekochtes Gemüse in vielerlei Sorten gefunden und uns damit an allen fünf Abenden eingedeckt. Sehr lecker.

Morgen geht es weiter Richtung Süden, nach Masterton, von wo aus wir uns gerne wieder melden. Für heute gute Nacht (wir sind Euch ja 12 Stunden voraus).