Wir sitzen bei einem Glas einheimischem Wein – die Insel Waiheke gilt als Produzentin ausgezeichneter Tropfen, bekannt vor allem für seine Bordeaux-Cuvées sowie seine Syrah-Mischungen – und geniessen den Blick von unserem Apartment direkt aufs stark wellige Meer an der Onetangi Beach, dem grössten Strand der Insel und einem Surferparadies. Morgens, bei Flut und hohem Wellengang sind sie zahlreich unterwegs. Abends, bei Ebbe und weniger hohen Wellen, ist Beat im Wasser, als Schwimmer, nicht als Sufer.

Die ersten Europärer zog es wegen der Kauri-Bäume hieher, zufolge ihres geraden, astlosen Wuchses ideal für den Haus- und Schiffbau (Masten). Um 1850 war die Insel bereits abgeholzt. Onetangi mit seinem Sandstrand war von Beginn weg ein Zentrum der Aktivitäten. Seit 1880 gibt es hier Strandrennen. Im Jahr 1956 eröffnete das erste Hotel. Heute sind es vor allem viele Appartments und schicke oder auch weniger schicke Strandhäuser, welche sich der Promenade entlangziehen.

Vorgestern Freitag kamen wir auf der rund 20 Kilometer von Auckland entfernten Insel an, zusammen mit vielen anderen Besuchern. Es ist Wochenende und viel los hier. Im Bild unten unser Begleiter für die nächsten zwei Monate, ein Toyota Land Cruiser, auf den teils sehr schmalen Strassen von Waiheke manchmal nicht das idealste Gefährt, doch ein guter Begleiter für alle 4×4-Strecken.

Auf dem Programm stand selbstverständlich auch der Besuch eines der rund 30 Weingüter der Insel, der Poderi Crisci, Inhaber ein ausgewanderter Neapolitaner. Wir kamen nicht zur Degastation, die wird dort am Wochenende gar nichtangeboten, sondern, um etwas zu essen – zu spät, die Küche war zu. Es gab jedoch noch Süsses. Gehoben war allerdings nur der Preis. So waren wir im Nachhinein ganz froh, dass der Koch schon Feierabend hatte. Das Ambiente war aber wunderschön und die Temperaturen angenehm. Auch der Wind war zwar noch da, aber nicht mehr so störend wie in unseren ersten Tagen in Auckland. Wir haben uns wohl schon etwas daran gewöhnt.

Landschaftlich hat uns die Insel mit ihrem Mix aus grünen Hügeln, immer wieder durchzogen von Rebbergen, und tiefblauen Meeresbuchten sehr gut gefallen. Als Schutz gegen den Wind sind die Rebstöcke teilweise von Hecken umgeben, wie auf dem Bild unten zu sehen ist.

Sogar Oliven werden hier kultiviert, was auf ein eher mildes Ganzjahresklima schliessen lässt.

Zeugen von Waihekes vulkanischem Ursprung sind diese 7 Millionen Jahre alten Überreste eines Lavastroms im dünn besiedelten Osten der Insel. Wir wanderten dort zu einer Festungsanlage aus dem 2. Weltkrieg.

Eine lokale Initative hat mit viel Liebe diesen Bücherschrank errichtet. Auch wir wurden darin fündig, mit einem Krimi von Donna Leon für regnerische Tage.

Morgen geht es zurück aufs Festland und auf die in Sichtdistanz liegende Halbinsel Coromandel. Bis jetzt hatten wir ausgesprochenes Wetterglück. Immer Sonnenschein bei Temperaturen leicht über 20 Grad. Heute Sonntag wurde der Wind spürbar kälter. Es dürfte dies der Vorbote einer Front sein, welche morgen leichten Regen und gemäss Prognose am Dienstag 40mm Wasser bringen soll. Mal schauen, ob es wirklich so kommt. Bis jetzt war die Realität immer besser als die Prognosen. Heute geniessen wir hier bei einem Apéro nochmals die schöne Aussicht aus unserem Wohnzimmer auf den Strand und dann in einem Restaurant gleich um die Ecke deren Spezialität, eine Ente.

Auf dem Bild unten erkennt man ganz im Hintergrund (Bildmitte) das Festland mit Auckland, unser morgiges Fährenziel.